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Open-Source-Lizenzen - Ein Überblick

Open-​Source-​Lizenzen — Ein Überblick

von Jakob Wahlers, Rechts­an­walt | 13.02.2013

Trotz der wach­sen­den wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung von Open-​Source-​Software herrscht hin­sicht­lich der recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen ihrer Ver­wen­dung oft­mals weit­ge­hende Unklar­heit. Daher soll der vor­lie­gende Bei­trag einen ers­ten Über­blick über die ver­schie­de­nen Open Source Lizenz­be­din­gun­gen und deren Aus­wir­kun­gen verschaffen.

Seit Jah­ren wächst der Stel­len­wert von Open-​Source-​Software (OSS) im Soft­ware­be­reich kon­ti­nu­ier­lich an und macht Schät­zun­gen zufolge in Europa mitt­ler­weile einen Gesamt­an­teil von rund einem Drit­tel aus. Für viele Unter­neh­men gehö­ren dabei sowohl der Ein­satz kom­plet­ter OSS-​Anwendungen als auch die Ver­wen­dung von Open-​Source-​Komponenten im Rah­men der Ent­wick­lung eige­ner kom­mer­zi­el­ler (sog. pro­prie­täre) Soft­ware­pro­dukte zum geschäft­li­chen All­tag. Als nam­hafte Bei­spiele hie­für kön­nen etwa der Web­brow­ser Fire­fox, Open Office, das ins­be­son­dere im Ser­ver– oder Smart­pho­ne­be­reich weit ver­brei­tete Betriebs­sys­tem Linux, der Web­ser­ver Apa­che oder Daten­bank­ver­wal­tungs­sys­teme wie mySQL genannt werden.

Trotz ihrer Durch­set­zung im Mas­sen­markt set­zen viele Unter­neh­men OSS oft­mals ohne oder unter nur unzu­rei­chen­der Beach­tung der für sie gel­ten­den recht­li­chen Nut­zungs­be­din­gun­gen ein. Und dies obwohl die dar­aus resul­tie­ren­den Kon­se­quen­zen in wirt­schaft­li­cher Hin­sicht erheb­lich sein kön­nen. Daher soll der fol­gende Bei­trag einen ers­ten Über­blick über die Nut­zungs­be­din­gun­gen der ver­schie­de­nen Arten von Open-​Source-​Lizenzen bie­ten und Ver­wen­der für mög­li­che Pro­blem­be­rei­che sensibilisieren.

1. Begriff der Open Source Lizenz

Trotz Feh­lens einer all­ge­mein­gül­ti­gen Begriffs­de­fi­ni­tion kann als Open Source eine freie Soft­ware bezeich­net wer­den, die unter einer nach den Kri­te­rien der Open Source Initia­tive (OSI) als Open Source aner­kann­ten Lizen­zen steht. Cha­rak­te­ris­tisch für diese ist, dass der Source Code der betref­fen­den Soft­ware öffent­lich ver­füg­bar gemacht und diese grund­sätz­lich (kosten-)frei genutzt, ver­viel­fäl­tigt, bear­bei­tet und sowohl in ihrer ursprüng­li­chen als auch in ver­än­der­ter Form wei­ter­ver­brei­tet wer­den darf. Indes ist diese Frei­heit nicht dahin­ge­hend miss­zu­ver­ste­hen, dass die Nut­zung und Ver­wer­tung der OSS – anders als bei Public Domain Soft­ware – vor­aus­set­zungs­los gestat­tet ist. Viel­mehr knüp­fen sämt­li­che Open Source Lizen­zen die ein­ge­räum­ten Nut­zungs­rechte an bestimmte Bedin­gun­gen, zu deren Ein­hal­tung der Ver­wen­der sich mit Nut­zung der Soft­ware ver­pflich­tet. Gemein­sam ist dabei allen Lizenz­ar­ten, dass bei jeg­li­cher Wei­ter­ver­brei­tung unter ande­rem ein Copy­right­ver­merk sowie der Text der jewei­li­gen Lizenz beige­fügt wer­den muss.

2. Arten von Open Source Lizenzen

Die Unter­schiede in der Aus­ge­stal­tung die­ser Bedin­gun­gen und Ver­pflich­tun­gen hän­gen von der jewei­li­gen Open-​Source-​Lizenz ab, die sich im Wesent­li­chen in drei/​fünf Haupt­ka­te­go­rien /​Arten ein­tei­len lassen.

a) Strenge Copyleft-​Lizenzen (z.B. GNU Gene­ral Public Licence)

Die höchs­ten Anfor­de­run­gen ent­hal­ten dabei die sog. stren­gen Copyleft-​Lizenzen, wozu ins­be­son­dere die am wei­tes­ten ver­brei­tete GNU Gene­ral Public Licence (GPL) zählt. Diese ver­pflich­tet den Nut­zer dazu, bei Wei­ter­ver­brei­tung der Soft­ware in ihrer ursprüng­li­chen oder ver­än­der­ten Form (sog. abge­lei­tete Werke), diese eben­falls unter die Bedin­gun­gen der GPL zu stel­len (sog. Copyleft-​Effekt). Auf diese Weise wird sicher­ge­stellt, dass Ori­gi­nal­soft­ware und sämt­li­che von ihr abge­lei­te­ten Werke Open Source bleiben.

b) Non-​Copyleft-​Lizenzen (BSD Licence, Apa­che Licence)

Im Gegen­satz dazu ste­hen Non-​Copyleft-​Lizenzen wie etwa die BSD-​Lizenz (Ber­ke­ley Soft­ware Dis­tri­bu­tion), die dem Nut­zer erlau­ben, abge­lei­tete Werke nicht unbe­dingt unter Open-​Source– son­dern auch unter ande­ren Lizenz­be­din­gun­gen zu ver­brei­ten. Damit wird die Ent­wick­lung von kom­mer­zi­ell ver­markt­ba­ren Soft­ware­pro­duk­ten auf Grund­lage von OSS ermög­licht. Auch zur Offen­le­gung des Source Codes ist der das neue Soft­ware­pro­dukt ent­wi­ckelnde Nut­zer dem­ent­spre­chend nicht verpflichtet.

c) Lizen­zen mit ein­ge­schränk­tem Copy­left (z.B. Mozilla Public Licence)

Zwi­schen den genann­ten Lizenz­ar­ten exis­tie­ren ver­schie­dene Misch­for­men, die zwar grund­sätz­lich die Wei­ter­gabe von aus der Ori­gi­nal­soft­ware abge­lei­te­ten Abwand­lun­gen eben­falls der ursprüng­li­chen Open Source Lizenz unter­stel­len (Copy­left). Unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen kön­nen Abwand­lun­gen jedoch aus­nahms­weise unter abwei­chende, pro­prie­täre Lizenz­be­din­gun­gen gestellt wer­den. So nimmt bei­spiels­weise die spe­zi­ell für Pro­gramm­bi­blio­the­ken ent­wi­ckelte GNU Les­ser Gene­ral Public Licence (GNU LGPL) sol­che Soft­ware vom Copy­left aus, die nur auf Libra­ries zugreift und von die­sen getrennt und auch unver­linkt bleibt. Hin­ge­gen unter­wirft die Mozilla Public Licence (MPL) zwar aus MPL-​Software abge­lei­tete Werke dem Copy­left, lässt ver­linkte Soft­ware jedoch unan­ge­tas­tet. Die Artistic Licence gestat­tet dem Nut­zer schließ­lich die Wahl zwi­schen meh­re­ren vor­ge­ge­be­nen Lizen­zen­be­din­gun­gen bei der Weiterverbreitung.


3. Pro­bleme der Ver­wen­dung von OSS

Vor die­sem Hin­ter­grund kann die Ver­wen­dung und von OSS neben vie­len ande­ren ins­be­son­dere zum Pro­blem des vira­len Effekts füh­ren. Durch die­sen droht im Falle der Ver­wen­dung von Open-​Source-​Komponenten zur Ent­wick­lung kom­mer­zi­el­ler Soft­ware­pro­dukte bei Ver­feh­len bestimm­ter Bedin­gun­gen eine Infi­zie­rung der neu­ent­wi­ckel­ten Gesamt­soft­ware durch den Copyleft-​Effekt (sog. vira­ler Effekt bei Open-​Source-​Hybriden). Schlimms­ten­falls kann dies zur Gel­tung der Open Source Lizenz für das gesamte abge­lei­tete Neu­werk und folg­lich dazu füh­ren, dass ein unter hohem Zeit– und Kos­ten­auf­wand des Soft­ware­un­ter­neh­mens ent­wi­ckel­tes Pro­dukt der All­ge­mein­heit unent­gelt­lich und quell­of­fen zur Ver­fü­gung gestellt wer­den muss und somit wirt­schaft­lich voll­kom­men unver­wert­bar wird.


Wei­ter­füh­rende Links:

http://​www​.wbs​-law​.de/​i​t​-​r​e​c​h​t​/​o​p​e​n​-​s​o​u​r​c​e​-​l​i​z​e​n​z​e​n​-​e​i​n​-​u​b​e​r​b​l​i​c​k​-​35752/


her­un­ter­la­den (OPEN-​SOURCE-​LIZENZEN-​EIN-​UBERBLICK-​35752 0B)


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