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Mehr Geld im Portemonnaie und weniger Sorgen im Gepäck

Mehr Geld im Porte­mon­naie und weni­ger Sor­gen im Gepäck

von Mat­thias Stür­mer | 09.02.2014

Der Ein­satz von Open Source Soft­ware kann das IT-​Budget scho­nen, wenn man rich­tig vor­geht. Viel wich­ti­ger sind aber stra­te­gi­sche Vor­teile wie die digi­tale Nach­hal­tig­keit oder die Unab­hän­gig­keit von Her­stel­lern, die sich durch den kon­se­quen­ten Ein­satz von Open Source ergeben.

Mat­thias Stür­mer, publi­ziert am 9. Februar 2014 im Swiss IT Maga­zine, Original-​Link

Eines vor­weg: Open Source ist nicht gra­tis. Oder kor­rekt aus­ge­drückt: Der Down­load von Open Source Soft­ware (OSS) von den vie­len Internet-​Portalen wie Git­hub, Google Code, Sourcef­orge oder Free­code ist selbst­ver­ständ­lich kos­ten­los. Aber wenn Open-​Source-​Lösungen pro­fes­sio­nell ein­ge­führt und betrie­ben wer­den, ver­ur­sacht dies interne und/​oder externe Kosten.

Geschäfts­kri­ti­sche Lösun­gen benö­ti­gen stets zuver­läs­sige War­tung und Sup­port, ansons­ten steigt das Risiko erheb­lich, dass zen­trale Infor­ma­tik­sys­teme aus­fal­len oder wich­tige Daten ver­lo­ren gehen oder gestoh­len werden.

Für den siche­ren Ein­satz von Open Source Soft­ware braucht es des­halb ent­we­der interne Res­sour­cen und Know-​how, wie die ent­spre­chen­den Sys­teme betrie­ben wer­den. Oder es wird ein Ser­vice Level Agree­ment (SLA) bei­spiels­weise in Form einer Sub­scrip­tion mit einem kom­mer­zi­el­len Anbie­ter von Open-​Source-​Lösungen abge­schlos­sen. Die­ser beschäf­tigt wie­derum Mit­ar­bei­tende, die lang­jäh­rige Erfah­run­gen mit den jewei­li­gen Sys­te­men haben und des­halb im Bedarfs­fall rasch und kom­pe­tent ein­grei­fen kön­nen. So oder so ist der pro­fes­sio­nelle Betrieb von Open Source Soft­ware nicht gra­tis.
Nichts­des­to­trotz las­sen sich durch die stra­te­gi­sche Nut­zung von Open Source Kos­ten­vor­teile ablei­ten. Wie viel genau und zu wel­chem Zeit­punkt, das ist von Fall zu Fall unter­schied­lich. Einige Vor­ge­hens­wei­sen, wie Ein­spa­run­gen durch OSS erreicht wer­den kön­nen, sind nach­fol­gend beschrieben.

TCO-​Analyse guter Anhaltspunkt

Die Total-​Cost-​of-​Ownership (TCO)-Methode ver­sucht einen anti­zi­pa­ti­ven Ver­gleich von funk­tio­nal gleich­wer­ti­gen Vari­an­ten zur Lösung einer bestimm­ten Business-​Anforderung zu erbrin­gen. Dabei wer­den sämt­li­che anfal­len­den inter­nen und exter­nen Kos­ten ein­be­rech­net, also neben Lizenz– auch Hard­ware­kos­ten, War­tungs­ver­träge, inter­ner Auf­wand oder Wei­ter­bil­dun­gen. TCO-​Studien wer­den bei­spiels­weise ange­fer­tigt, um den Betrieb von Desktop-​Arbeitsplätzen durch Micro­soft– ver­sus Linux-​Umgebungen zu bewer­ten.
Die Resul­tate von TCO-​Analysen hän­gen dabei sehr von den ein­ge­setz­ten Para­me­tern und dem unter­such­ten Zeit­raum ab. Oft­mals zeigt diese Methode, dass auf­grund der wie­der­keh­ren­den Lizenz­kos­ten pro­prie­täre Soft­ware­lö­sun­gen teu­rer sind als Open-​Source-​basierte Sys­teme. Den­noch heisst das nicht zwangs­läu­fig, dass Open Source immer güns­ti­ger ist. Die Migra­tion beste­hen­der pro­prie­tä­rer Umge­bun­gen auf Open-​Source-​Systeme kos­tet auf­grund des tech­ni­schen Auf­wands, der Umschu­lungs­kos­ten oder der ver­lo­re­ner Arbeits­zeit näm­lich auch Geld. Ent­schei­dend ist der Ver­gleich der Migra­ti­ons­kos­ten gegen­über den lang­fris­tig ein­ge­spar­ten Lizenz­kos­ten. Die Gra­fik auf Seite 39 ver­deut­licht die unter­schied­li­chen Sze­na­rien und zeigt sym­bo­lisch auf, dass eine Open-​Source-​Migration nur dann sinn­voll ist, wenn der Migra­ti­ons­auf­wand nied­ri­ger ist als die Summe der wie­der­keh­ren­den Ein­spa­run­gen. Je grös­ser dabei der unter­suchte Zeit­raum ist, umso eher loh­nen sich Open-​Source-​Lösungen. Open Source ist somit vor allem lang­fris­tig wirtschaftlicher.

Exakt sind TCO-​Studien nie, aber sie geben einen Anhalts­punkt, wel­che Vari­ante bei bestimm­ten Annah­men die ten­den­zi­ell güns­ti­gere oder teu­rere ist. Dabei füh­ren die Ana­ly­sen von unter­schied­li­chen Soft­ware­sys­te­men zu ver­schie­de­nen Resul­ta­ten. Bei­spiels­weise kann es sein, dass sich eine Desktop-​Migration inner­halb von fünf Jah­ren als wirt­schaft­lich nicht sinn­voll erweist, jedoch die Migra­tion einer pro­prie­tä­ren Daten­bank­lö­sung auf Open-​Source-​Alternativen wie Post­greSQL oder MariaDB sehr wohl bereits nach zwei Jah­ren Kos­ten­er­spar­nisse erzielt. Um eine sys­te­ma­ti­sche Eva­lua­tion der Infor­ma­ti­k­um­ge­bung vor­zu­neh­men, emp­fiehlt sich daher eine Softwareportfolio-​Analyse.

Portfolio-​Analyse dazu nehmen


Eine Softwareportfolio-​Analyse beur­teilt die Wirt­schaft­lich­keit der ein­zel­nen Sys­teme der gesam­ten Appli­ka­ti­ons­land­schaft eines Unter­neh­mens oder einer öffent­li­chen Insti­tu­tion. Durch das Auf­zei­gen der wie­der­keh­ren­den Aus­ga­ben pro pro­prie­täre Lösung kön­nen die­je­ni­gen Berei­che iden­ti­fi­ziert wer­den, wel­che die gröss­ten Ein­spa­rungs­po­ten­tiale beinhal­ten. Nur von die­sen wirt­schaft­lich inter­es­san­ten Sys­te­men lohnt es sich, eine ver­tiefte tech­ni­sche Mach­bar­keit einer Open-​Source–
Migra­tion zu prü­fen. Bestimmte Sys­teme müs­sen mög­li­cher­weise aus stra­te­gi­schen Grün­den von vorn­her­ein auch aus­ge­schlos­sen wer­den, weil sie bei­spiels­weise zu stark mit der Unter­neh­mens­ar­chi­tek­tur ver­zahnt sind oder weil es zur­zeit noch keine valab­len Open-​Source-​Alternativen gibt.
Von den Soft­ware­be­rei­chen, die ein wirt­schaft­lich signi­fi­kan­tes Ein­spa­rungs­po­ten­tial auf­zei­gen und deren Wech­sel auf eine Open-​Source-​Plattform tech­nisch rea­lis­tisch ist, wer­den anschlies­send die Migra­ti­ons­kos­ten berech­net und als TCO-​Analyse dem pro­prie­tä­ren Sta­tus Quo gegen­über­ge­stellt. Bei die­sem Schritt macht es Sinn, bereits kon­krete Ange­bote von kom­mer­zi­el­len Open-​Source-​Dienstleistern ein­zu­ho­len, denn nur ein «Test des Mark­tes» zeigt letzt­lich die rea­len Kos­ten einer Open-​Source-​Migration auf. Anhand die­ser Anga­ben kann das Manage­ment dann ent­schei­den, ob sich der Wech­sel auf Open Source lohnt oder ob der Betrieb der beste­hen­den pro­prie­tä­ren Umge­bung güns­ti­ger ist.

Open-​Source-​Strategie lohnt sich


Ein­fa­cher als vor­han­dene Infor­ma­tik­platt­for­men zu migrie­ren, ist die Ein­füh­rung von Open Source Soft­ware direkt im Rah­men von anste­hen­den Soft­ware­wech­seln oder neu­ar­ti­gen Infor­ma­tik­pro­jek­ten. Um die Option «Open Source» bei Software-​Einführungen künf­tig sys­te­ma­tisch zu prü­fen, eig­net sich die Erar­bei­tung einer Open-​Source-​Strategie. Diese gibt typi­scher­weise vor, wel­che Grund­sätze bei der Beschaf­fung von Open Source befolgt wer­den, wie der Sup­port von geschäfts­kri­ti­schen Open-​Source-​Lösungen intern oder extern gewähr­leis­tet ist und wel­che Arten von Open-​Source-​Lizenzen ver­wen­det wer­den dür­fen. Anhand der Stra­te­gie soll auch erkannt wer­den kön­nen, wel­che Vor­teile, Her­aus­for­de­run­gen und dar­aus abge­lei­te­ten Lösungs­an­sätze sich aus der Nut­zung von Open Source Soft­ware erge­ben. Sol­che stra­te­gi­schen Vor­teile und Hand­lungs­emp­feh­lun­gen sind nach­fol­gend skiz­ziert – und wer­den in den wei­te­ren Arti­keln die­ses Schwer­punk­tes vertieft.

Digi­tale Nachhaltigkeit


Offene Stan­dards und Open Source Soft­ware sind eine Vor­aus­set­zung für den digi­tal nach­hal­ti­gen Ein­satz von Infor­ma­ti­ons– und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln in Unter­neh­men und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen. Ein offe­ner Stan­dard muss voll­stän­dig doku­men­tiert sein und ohne jeg­li­che tech­ni­sche oder juris­ti­sche Hin­der­nisse in Soft­ware­lö­sun­gen imple­men­tiert wer­den kön­nen. Diese Defi­ni­tion von offe­nen Stan­dards stellt sicher, dass Daten und Doku­mente unab­hän­gig von den aktu­ell ein­ge­setz­ten Anwen­dun­gen lang­fris­tig zugäng­lich sind. So kön­nen Soft­ware­her­stel­ler unge­hin­dert offene Stan­dards in ihre Pro­dukte inte­grie­ren. Die Software-​Anwender kön­nen über die Zeit die ver­wen­de­ten Software-​Applikationen aus­wech­seln, die gespei­cher­ten Daten blei­ben stets so genannt «digi­tal nach­hal­tig» gesi­chert.
Indem kon­se­quent auf offene Stan­dards gesetzt wird, ist die Zugäng­lich­keit und Wei­ter­ver­ar­bei­tung der Daten und Doku­mente lang­fris­tig sicher­ge­stellt. Bei­spiels­weise ermög­licht der Ein­satz des Open Docu­ment For­mat (ODF) für Office-​Dokumente, dass die Inhalte und Meta­da­ten auch lang­fris­tig von inter­nen Such­ma­schi­nen ver­ar­bei­tet wer­den kön­nen. Und die intern gespei­cher­ten Infor­ma­tio­nen sind dank der offe­nen For­mate der ver­wen­de­ten Daten­ban­ken von unter­schied­li­chen Software-​Anwendungen zugreifbar.

Das Prin­zip der trans­pa­ren­ten Struk­tu­ren von offe­nen Stan­dards gilt auch für Open-​Source-​Produkte. Gemäss Defi­ni­tion der Open–
Source-​Initiative wird bei Open Source stets der Programm-​Quelltext mit den aus­führ­ba­ren Appli­ka­tio­nen mit­ge­lie­fert, die Pro­gramme dür­fen durch den Anwen­der oder Dritte ver­än­dert wer­den und diese ver­än­der­ten Anwen­dun­gen dür­fen allen wei­ter­ge­ge­ben wer­den.
Durch diese Grund­sätze wird eine als Open Source frei­ge­ge­bene Anwen­dung zu einem öffent­li­chen Gut, das für alle zugäng­lich ist. Jeg­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Per­so­nen ist es somit mög­lich, bereits beste­hende Open–
Source-​Lösungen lizenz­kos­ten­frei zu nut­zen, anzu­pas­sen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Nut­zer kön­nen selbst­be­stimmt ihre Soft­ware­sys­teme gestal­ten, Her­stel­ler kön­nen zuver­läs­sige War­tung und inno­va­tive Wei­ter­ent­wick­lun­gen anbie­ten. Open Source ist damit Grund­lage für digi­tal nach­hal­tige Infor­ma­tik­sys­teme.
Auf­grund der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Infor­ma­tik und der Markt­do­mi­nanz von Soft­ware­kon­zer­nen wer­den heute bei vie­len Orga­ni­sa­tio­nen oft­mals pro­prie­täre Stan­dards und Soft­ware ver­wen­det. Dies bedingt, dass Open Source bis zu einem gewis­sen Grad auch mit so genannt pro­prie­tä­ren Daten­for­ma­ten und Soft­ware­sys­te­men inter­ope­ra­bel sein muss. Aus die­sem Grund sollte die Inter­ope­ra­bi­li­tät von Open Source und Stan­dard­pro­duk­ten geför­dert werden.

Unab­hän­gig­keit von Herstellern


Bei pro­prie­tä­rer Soft­ware ist es stets eine ein­zelne Firma, die über die Pro­dukt­ent­wick­lung, den Funk­ti­ons­um­fang, die unter­stütz­ten Ver­sio­nen oder die Preis­po­li­tik ent­schei­det. Bei Open Source hat der Anbie­ter deut­lich weni­ger Macht und Kon­trolle. Ent­schei­det sich bei­spiels­weise ein Soft­ware­her­stel­ler, ein bestimm­tes Open-​Source-​Produkt nicht mehr zu unter­stüt­zen, geht das Unter­neh­men Kon­kurs oder wird auf­ge­kauft, dann kön­nen andere Fir­men den beste­hen­den Quell­code des Pro­dukts über­neh­men, wei­ter­ent­wi­ckeln und Dienst­leis­tun­gen dazu anbie­ten. Die Her­stel­ler­ab­hän­gig­keit ist bei Open Source des­halb wesent­lich gerin­ger.
Durch den kon­se­quen­ten Ein­satz von Open Source kann die ein­ge­setzte Soft­ware bei­spiels­weise unab­hän­gig von der Release-​Planung des Her­stel­lers oder des­sen aktu­el­len Pro­duk­te­ka­ta­logs betrie­ben wer­den. Auch kann ein Open-​Source-​Dienstleister rela­tiv ein­fach aus­ge­wech­selt wer­den, wenn er nicht mehr kom­pe­ti­tive Preise oder zufrie­den­stel­lende Leis­tun­gen anbietet.

Mehr Sicher­heit


Unab­hän­gig­keit von Soft­ware­her­stel­lern bringt auch Sicher­heits­vor­teile. Durch die Snowden-​Affäre wurde bekannt, wie aus­län­di­sche Geheim­dienste mit und ohne Wis­sen von Technologie-​Konzernen auf fremde Daten und Com­pu­ter zugrei­fen kön­nen. Dies ist vor­wie­gend durch die ver­schlos­sene Archi­tek­tur von pro­prie­tä­rer Soft­ware mög­lich. Weil bei Open Source Soft­ware der Quell­code trans­pa­rent der Öffent­lich­keit zugäng­lich ist und übli­cher­weise von ande­ren Pro­gram­mie­rern geprüft wird, ist das Ein­schleu­sen von so genann­ten Back­doors und ande­ren Schwach­stel­len bei Open Source wesent­lich schwie­ri­ger als bei pro­prie­tä­rer Soft­ware. Auch kön­nen Open-​Source-​Entwickler-​Communities nicht gezwun­gen wer­den, bestimmte Algo­rith­men oder andere Schlupf­lö­cher ein­zu­bauen. Anders ist dies bei pro­prie­tä­rer Soft­ware, wo deren Besit­zer Geld ver­die­nen müs­sen und sich des­halb ein­fa­cher durch Behör­den steu­ern las­sen. Mit dem Ein­satz von Open Source Soft­ware sind Nut­zer des­halb rela­tiv gut geschützt vor dem uner­laub­ten Zugriff durch aus­län­di­sche Behör­den und andere unbe­fugte Gruppierungen.

Com­mu­nities und Anbieter


Open Source wird einer­seits von kom­pe­ten­ten Frei­wil­li­gen in Com­mu­nities, ande­rer­seits von pro­fes­sio­nel­len Fir­men der Infor­ma­tik­bran­che ent­wi­ckelt. Diese zwei Ansätze ergän­zen sich opti­mal und stel­len eine zen­trale Stärke des Open-​Source-​Entwicklungsmodells dar.
Erfolg­rei­che Open-​Source-​Lösungen wer­den durch hete­ro­gene Open Source Com­mu­nities ent­wi­ckelt. Es gibt viele Software-​Entwickler, die unbe­zahlte, aber den­noch hoch­qua­li­ta­tive Arbei­ten an Open-​Source-​Produkten vor­neh­men. Diese Per­so­nen tra­gen zu OSS-​Produkten bei, weil sie bei­spiels­weise Freude am Pro­gram­mie­ren haben und dies als Frei­zeit­be­schäf­ti­gung tun oder weil sie sich gerne mit ihres­glei­chen aus­tau­schen und sich einen guten Ruf in der Com­mu­nity erar­bei­ten wol­len. Anwen­der der Open-​Source-​Produkte kön­nen diese ehren­amt­li­chen Ent­wick­ler unkom­pli­ziert über das Inter­net kon­tak­tie­ren, Fra­gen stel­len, Anre­gun­gen für neue Funk­tio­na­li­tä­ten abge­ben oder Feh­ler kor­ri­gie­ren las­sen. Die Ant­wor­ten erfol­gen meist umge­hend. Damit schafft diese infor­melle und direkte Kon­takt­mög­lich­keit einen nie­der­schwel­li­gen und kos­ten­lo­sen Zugang zu den Kern­ent­wick­lern von OSS.

Weil Frei­wil­lige keine Ver­pflich­tung haben zu ant­wor­ten oder Pro­bleme zu lösen, kön­nen Sup­port– und War­tungs­ver­träge mit kom­mer­zi­el­len Open-​Source-​Anbietern abge­schlos­sen wer­den, die kom­pe­tente Open-​Source-​Entwickler als Mit­ar­bei­ter beschäf­ti­gen. Sol­che Ver­träge sind bei geschäfts­kri­tisch ein­ge­setz­ten Open-​Source-​Lösungen emp­feh­lens­wert, sodass bei Bedarf kom­pe­tente Fir­men rasch und ver­bind­lich unter­stüt­zen kön­nen.
Damit Anwen­der vom Wis­sen und der Hilfs­be­reit­schaft der Open Source Com­mu­nities pro­fi­tie­ren kön­nen, ist eine enge Zusam­men­ar­beit mit den jewei­li­gen Community-​Mitgliedern nötig. Die Bezie­hun­gen zu den exter­nen Ent­wick­lern soll­ten gepflegt wer­den, damit bei Bedarfs­fall mit der Unter­stüt­zung durch die ent­spre­chen­den OSS Com­mu­nities gerech­net wer­den kann.
Gleich­zei­tig soll­ten Sup­port– und War­tungs­ver­träge mit Open-​Source-​Anbietern abge­schlos­sen wer­den, um für bestimmte stra­te­gi­sche Open-​Source-​Lösungen einen stets zuver­läs­si­gen Ansprech­part­ner zu haben. Wo sinn­voll kön­nen auch eigene Kom­pe­ten­zen zu wich­ti­gen Lösun­gen auf­ge­baut werden.

Koope­ra­tive Weiterentwicklung

Ein wesent­li­cher Vor­teil von Open Source Soft­ware ist die Mög­lich­keit, dass bei beste­hen­den Lösun­gen jeder­zeit neue Funk­tio­na­li­tä­ten hin­zu­ge­fügt wer­den kön­nen oder dass auch Anwen­der sel­ber neue Open-​Source-​Projekte star­ten kön­nen.
Wie bei pro­prie­tä­rer Soft­ware gibt es auch bei Open Source Soft­ware sowohl Indi­vi­du­al­soft­ware als auch Stan­dard­lö­sun­gen. Bei Indi­vi­du­al­soft­ware wird basie­rend auf Open-​Source-​Komponenten und neuem Pro­gramm­code eine ein­ma­lig ein­ge­setzte Soft­ware­lö­sung ent­wi­ckelt. Open-​Source-​Standard–
lösun­gen wer­den viel­fach ein­ge­setzt und ver­fü­gen meist über eine grosse und hete­ro­gene Open Source Com­mu­nity. Feh­len nun bestimmte Funk­tio­na­li­tä­ten an Open-​Source-​Standardlösungen, kön­nen diese durch die Anwen­der sel­ber oder im Auf­trag an Dritte umge­setzt werden.

Wird eine ein­ma­lig ent­wi­ckelte Indi­vi­du­al­soft­ware, die bestimmte Branchen-​spezifische Geschäfts­pro­zesse abbil­det, unter einer Open-​Source-​Lizenz ver­öf­fent­licht, wird von einer Open-​Source-​Fachanwendung gespro­chen. Wei­ter­ent­wick­lun­gen von Open-​Source-​Standardlösungen und auch von Open-​Source-​Fachanwendungen kön­nen ent­we­der als ein­zelne Insti­tu­tion oder gemein­sam mit ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen in Auf­trag gege­ben wer­den. Gemein­sam koor­di­nierte Open-​Source-​Weiterentwicklungen kön­nen zu hohen Kos­ten­er­spar­nis­sen füh­ren, die den Mehr­auf­wand für die Koor­di­na­tion um ein Viel­fa­ches über­stei­gen. Damit kön­nen die Kos­ten für War­tung und Wei­ter­ent­wick­lung geteilt wer­den. Eine zweck­mäs­sige Steue­rung (Gover­nance) der Ent­wick­lungs­tä­tig­kei­ten ist dabei entscheidend.

Situa­tion in der Schweiz

Im Hoch­lohn­land Schweiz galt Open Source Soft­ware lange Zeit als wirt­schaft­lich nicht sehr inter­es­sant, weil beim Infor­ma­tik­be­trieb häu­fig Lohn­kos­ten den wesent­li­chen Kos­ten­trei­ber dar­stell­ten und Lizenz­kos­ten als ver­nach­läs­sig­bar gal­ten. In der letz­ten Zeit ist ein Umden­ken fest­zu­stel­len. Weil Her­stel­ler von pro­prie­tä­rer Soft­ware lang­sam aber ste­tig ihre Lizenz­preise erhö­hen und mit­tels teu­ren Audits die voll­stän­dige Lizen­zie­rung aller Sys­teme über­prü­fen, wol­len immer mehr Unter­neh­men und Behör­den auf Open-​Source-​Alternativen wech­seln oder diese wenigs­tens prü­fen.
Vor weni­gen Jah­ren hät­ten sie Migra­tio­nen noch weit­ge­hend selb­stän­dig durch­füh­ren müs­sen. Unter­des­sen gibt es in der Schweiz aber immer mehr kom­mer­zi­elle Anbie­ter von Open Source Soft­ware. Im Open-​Source-​Verzeichnis OSS Direc­tory (www​.oss​di​rec​tory​.ch, einen Aus­zug dar­aus fin­den Sie in der Markt­über­sicht) sind aktu­ell rund 150 Schwei­zer Fir­men auf­ge­führt, die für über 300 Open-​Source-​Produkte ihre Dienst­leis­tun­gen anbie­ten. Die rund 200 doku­men­tier­ten Refe­renz­bei­spiele zei­gen auf, dass die Ser­vices auch tat­säch­lich in der Pra­xis genutzt und Open-​Source-​Lösungen ein­ge­setzt werden.


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Erstellt: 17.12.2013

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